1. Juni 2017 Thomas

Custom Settings / Benutzer Einstellungen bei Fuji Kameras Teil 1

Als ich 2013 meine erste Fuji Kamera, meine geliebte X100S, in den Händen hielt war ich erstmal vom Bedienkonzept, der Menüführung und den verwendeten Begriffen völlig verwirrt. Nicht ganz so verwirrt wie es bei den Sony Kameras der Fall war / ist, aber mir wurde schnell klar, dass es bei meinem Umstieg von Canon auf Fuji doch leichte “Umstiegsschmerzen” geben würde. Auch wenn mir damals noch nicht klar war dass ich einen kompletten Umstieg machen würde.

Um dir nun den Umstieg oder Einstieg in die Welt der Fujifilm X-Kameras etwas leichter zu machen, habe ich mir vorgenommen hier im Blog immer wieder Themen und Fragen aufzugreifen die mir von befreundeten Fotografen gestellt werden oder die ich mehr als ein mal in Foren oder Facebook Gruppen beantwortet habe.

Benutzer Einstellungen / Custom Settings

Die Überschrift stellt schonmal das erste Problem für mich da, da ich die Kamera auf Englisch gestellt habe und den deutschen Begriff für Custom Settings nicht wusste.

Ich denke ab hier sollte das meiste für beide Sprachen gleich sein. Wenn nicht, bin ich für jeden Hinweis dankbar.

Dieser Blog Artikel geht von einer Fuji Kamera mit X-Trans III Sensor aus (X-Pro2, X-T2, X100F, XT-20). Frühere Kameras haben zwar grundsätzlich die gleiche Funktionalität mit dem Custom Menü, allerdings kann die Menüführung im Detail unterschiedlich sein da es für die X-Trans III Generation einige Verbesserungen in den Menüs gab.

Das Quick Menü (Q-Taste) und die Custom Settings

Hier muss ich zuerst den ersten Denkfehler korrigieren, dem auch ich zu Beginn aufgelaufen bin und der mich viele Nerven gekostet hat. Das Quick Menü ist nicht dasselbe wie die Custom Settings und vor allem speichert das Quick Menü nicht die Custom Settings.

Das Quick Menü erreicht man über die Q Taste auf der Rückseite der Kamera und es sieht ungefähr so aus:

Quick Menü

Im ersten Kästchen oben Links können die gespeicherten Custom Settings abgerufen werden, in dem man am hinteren Rädchen der Kamera dreht und das Quick Menü wieder verlässt.

Ebenso können natürlich alle anderen Einstellungen die im Quick Menü angezeigt werden so verändert werden.

Bonustipp: Wenn man die Q-Taste nicht kurz, sondern lange gedrückt hält um ins Quick Menü zu kommen, kann man auswählen welche Einstellmöglichkeiten im Quick Menü angezeigt werden sollen

Soweit so gut, aber wie verwendet man nun diese ominösen Custom Settings und warum steht da immer wieder BASE Cx.

Speichern eigener Custom Settings

Wie wir gerade gesehen haben können im Quick Menü neben neben den Custom Settings der Dynamik Umfang, Weißabgleich, Rauschunterdrückung, Filmsimulation und noch viel mehr verstellt werden. Nun ist es aber reichlich mühsam jedes mal alle Einstellungen wieder anzupassen wenn sich die Situation in der man ist ändert und man schnell reagieren muss.

Custom Settings to the rescue

Genau hier kommen die Custom Settings ins Spiel. Hiermit stehen einem sieben (ab Firmware März 2017 sogar benennbare) Speicherplätze zur Verfügung in denen man seine Lieblingseinstellungen speichern kann.

Die Bearbeitung und Speicherung dieser Custom Settings findet sich im Menü unter

Menü > Bildqualitätseinstellungen (IQ) > Cust Bearb/Speich

Sehr eingängig in der deutschen Übersetzung.

Bonustipp: Wenn ihr einmal auf die Taste Q drück und das Quick Menü aufruft, die Taste Q dann erneut drück und gedrückt haltet, kommt ihr direkt zu diesem Menüpunkt ohne langes Suchen.

Hier werden nun die sieben frei definierbaren Benutzereinstellungen oder Custom Settings C1 bis C7 angezeigt. Durch einen Klick auf die MENU OK Taste kann das Custom Setting ausgewählt und bearbeitet werden.

Ganz wichtig ist hier der erste Menüpunkt AKT. Einstellungen Speich. Damit ist nicht die Einstellung für Akt Fotografie sondern die aktuellen Einstellungen der Kamera gemeint. Solltet ihr euch also im Quick Menü schon alles so eingestellt haben wie ihr es gut findet, könnt ihr damit diese Einstellungen nun direkt speichern und in Zukunft im Quick Menü wieder abrufen.

Ihr könnt aber ebenso hier den Speicherplatz (C1 – C7) auswählen und direkt dort die Einstellungen verändern und auf dem jeweiligen Speicherplatz ablegen. Wichtig zu wissen ist hierbei folgendes: Die Einstellung für den Körnungseffekt kann als einzige Einstellung nicht im Quick Menü, sondern hier bearbeitet werden.

Als letzter Menüpunkt kann man dank der neuen Firmware den Custom Settings nun sogar Namen geben und man muss sich nicht mehr merken welches nun das Acros mit besonders tiefen Schatten war.

Abrufen der Custom Settings

Abrufen lassen sich die gespeicherten Einstellungen nun über die Quick Menü Taste und das erste Feld oben Links. Sobald das angewählt ist kann man mit dem hinteren Rädchen durch die gespeicherten Settings scrollen und durch einen leichten Druck auf den Auslöser, oder wieder auf Q, ist die Einstellung nun aktiv und kann genutzt werden.

Im Quick Menü kann nun auch noch je nach Bedarf und Situation an den Einstellungen gedreht werden. Es können die Schatten oder die Film Simulation angepasst werden wie man möchte. Das gespeicherte Custom Setting wird dabei aber nicht dauerhaft geändert, sondern nur vorübergehend.

Oben Links steht dann auch nicht mehr das ausgewählte Custom Setting, sondern z.b. BASE C5. Dies bedeutet das die aktuellen Einstellungen auf C5 basieren, aber Teile davon geändert wurden. Wenn man das hintere Rädchen nun wieder dreht kann man von BASE C5 bis zu C5 scrollen um die Einstellung wiederherzustellen. Es geht also nichts verloren wenn man Situationsbedingt die Einstellungen eines Custom Settings verändert.

Custom Settings und das Quick Menü im Detail

In Teil 2 werde ich auf die Custom Settings und die Einstellmöglichkeiten innerhalb des Quick Menüs nochmal detailliert eingehen und beschreiben was welche Einstellung bewirkt und auch einige meiner Custom Settings vorstellen.

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